Dienstag, 19. Februar 2013
Taxigeschichten
adelyar, 15:11h
Mein Fahrgast, eine Dame um die Siebzig, war sehr nett und gesprächig. Sie erzählte von ihrem Leben, ihrem Sohn, und dass sie ein Eigentumshaus gehabt hätte und jetzt aber in einer kleinen Mietwohnung lebe. Auf meine Frage, warum sie ihr Haus verkaufte, antwortet sie: „Wofür hätte ich es behalten sollen? Nach dem Tod meines Mannes war ich allein, und als alleinstehende Frau hätte ich mich um so ein großes Haus eh nicht kümmern können. Meine einzige Hoffnung war mein Sohn. Er wollte aber unbedingt nach Amerika gehen. Er kriegt auch sein Leben nicht in die Reihe. Mein Mann und ich wollten, dass er studiert. Aber offenbar war er dazu nicht fähig. Jetzt ist er in Amerika, und statt etwas Vernünftiges zu machen, fährt er Taxi.“
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Dienstag, 12. Februar 2013
Taxigeschichten
adelyar, 17:21h
An den Wochenenden ab Mitternacht muss man als Autofahrer auf den Straßen des Stadtzentrums besonders vorsichtig sein. Die betrunkenen Diskobesucher überqueren die Straßen, ohne auf die Autos zu achten. Letzten Freitag war ich auf den Altstadtring unterwegs, als ich in ca. fünfzig Meter Entfernung eine Person auf der Straße sah. Ich reduzierte die Geschwindigkeit. Ein Porschefahrer, der mit hoher Geschwindigkeit auf die linke Spur unterwegs war, sah den Mann zu spät und musste vollbremsen. Gleichzeitig hupte er auch. Daraufhin blieb der betrunkene Mann inmitten der Straße stehen, öffnete in Ruhe seine Hose und ließ sie herunter, zeigte seinen nackten Hintern dem Porschefahrer, zog die Hose wieder hoch und lief weiter. Schade, dass ich am Steuer war, sonst hätte ich die Szene mit dem Handy gefilmt und ins Internet gestellt.
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Samstag, 12. Januar 2013
Taxigeschichten
adelyar, 17:54h
Ich fahre ungern stockbesoffene Menschen. Mit ihnen gibt es oft Probleme. Entweder schlafen sie im Auto ein, oder sie wissen nicht, wo sie wohnen, sie reden Unsinn und im schlimmsten Fall übergeben sie sich im Fahrzeug. Je kürzer die Fahrt mit einem Besoffenen, desto besser ist das für den Taxifahrer. Aber solche Fahrten dauern irgendwie immer lange. Man hat nur rote Ampeln. Und bei jeder Ampel betet man, Gott, hoffentlich kotzt er nicht.
Gestern stieg ein junger Mann vor einer Disko ins Auto. Er nannte die Adresse, und ich fuhr los. Ich war froh, dass er nicht weit weg wohnte. Fünf Minuten ist nicht so lange Zeit, dachte ich. Aber er konnte nicht mal fünf Minuten wach bleiben. Als wir am Ziel waren, versuchte ich ihn aufzuwecken.
„Was?“, sagte er im Halbschlaf.
„Wir sind schon da.“
„Was?“
„Wir sind schon da“, widerholte ich meinen Satz etwas lauter.
„Das glaube ich dir nicht.“
„Was glaubst du mir nicht? Du hast doch diese Adresse genannt“
„Nein, das glaube ich dir nicht.“
„Hey komm schon Mann. Steig aus. Ich muss weiter arbeiten.“
Das glaube ich dir nicht“.
„Hey!“, sagte ich zu ihm. „Steigst du aus, oder soll ich dich rausschmeißen.“
„Lass mich in Ruhe.“
„Raus jetzt!“, sagte ich ganz laut.
Er wurde wach. „Was ist los“, fragte er.
„Willst du in meinem Auto übernachten“
Er warf einen Blick entlang der Straße. „Ach, wir sind schon da.“
Ich antwortete nicht.
„Wie viel?“, fragte er.
Ich nannte den Betrag. Er zahlte und verließ wackelnd das Auto, ohne ein Wort zu sagen.
Gestern stieg ein junger Mann vor einer Disko ins Auto. Er nannte die Adresse, und ich fuhr los. Ich war froh, dass er nicht weit weg wohnte. Fünf Minuten ist nicht so lange Zeit, dachte ich. Aber er konnte nicht mal fünf Minuten wach bleiben. Als wir am Ziel waren, versuchte ich ihn aufzuwecken.
„Was?“, sagte er im Halbschlaf.
„Wir sind schon da.“
„Was?“
„Wir sind schon da“, widerholte ich meinen Satz etwas lauter.
„Das glaube ich dir nicht.“
„Was glaubst du mir nicht? Du hast doch diese Adresse genannt“
„Nein, das glaube ich dir nicht.“
„Hey komm schon Mann. Steig aus. Ich muss weiter arbeiten.“
Das glaube ich dir nicht“.
„Hey!“, sagte ich zu ihm. „Steigst du aus, oder soll ich dich rausschmeißen.“
„Lass mich in Ruhe.“
„Raus jetzt!“, sagte ich ganz laut.
Er wurde wach. „Was ist los“, fragte er.
„Willst du in meinem Auto übernachten“
Er warf einen Blick entlang der Straße. „Ach, wir sind schon da.“
Ich antwortete nicht.
„Wie viel?“, fragte er.
Ich nannte den Betrag. Er zahlte und verließ wackelnd das Auto, ohne ein Wort zu sagen.
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